Die Treibjagd des Ego

Jeden Tag erlebe ich es auf das Neue. Überall, auf dem Weg zur Arbeit, an der Arbeit, wenn ich einkaufen gehe, wenn ich Fernsehen schaue, Radio höre oder TV schaue. Der Mensch hat sich eine menschenfeindliche Welt geschaffen, in der nur noch das Ego dominiert. Dieses ewige Geplapper dieser Menschen ist oftmals so ermüdend.

Heute möchte ich euch einfach mal ein wenig von meinem Tagesgeschehen berichten. Auch heute wieder, wie an so vielen Tagen, staune ich über die Menschheit. Wie Roboter rennt die Menschheit jeden Tag durch die Weltgeschichte. Immer getrieben von ihrem Ego jagen sie ihren Träumen hinterher. Jeder Mensch erschafft sich seine eigene kleine Welt im Leben. Partner, Kinder, jede Menge Statussymbole wie ein Haus oder ein Auto, der Glaube in Urlaub fahren zu müssen, um Hipp zu sein, Geschenke kaufen für Weihnachten usw. usw. Alles dreht sich in unserer westlichen Welt um solche Ziele. Materialismus über alles.

Nun ja, ich lasse natürlich alles so sein, wie es ist, weil es eben so auch in Ordnung ist. Das ist diese Welt. Und dennoch macht es mich immer wieder mal ein wenig nachdenklich, wie Ego gesteuert diese Welt doch unterwegs ist. Viele merken sogar, wie der Zug mit Volldampf auf die Wand zurast, und dennoch scheint keiner in der Lage zu sein, die Notbremse zu ziehen. Doch vielleicht ist genau das auch letzten Endes die Bestimmung, die sich erfüllen soll.

Ich möchte euch mein positives Highlight von heute nicht vorenthalten. Wir leben hier in Deutschland in einer Welt, die momentan sehr von der Flüchtlingsdiskussion dominiert wird. Viele Meinungen treffen hierbei aufeinander, welche Art von Mensch wohl so ein Flüchtling ist. Vieles wird verallgemeinert.

Heute konnte ich einen jungen Flüchtling, nennen wir ihn Mohammed, kennenlernen. Mohammed ist im 1. Ausbildungsjahr als Rettungsassistent tätig, stammt aus Afghanistan und ist vor 3 Jahren über das Mittelmeer nach Deutschland geflüchtet. Heute hat er in seinem Beruf miterlebt, wie eine Notfallpatientin eine Herzattacke nicht mehr überlebte und verstarb. Das direkte Miterleben des Todes eines Menschen macht einen immer betroffen. Wie würdet ihr wohl reagieren?

Bemerkenswert fand ich bei Mohammed, wie er schließliche sagte „Der Körper dieser Frau ist jetzt tot. Ich frage mich, wohin die Seele jetzt wohl geht.“

Dieser letzte Satz, diese Frage, hat mich berührt. Denn es ist eben nicht der typische Satz, der in diesem Moment von einem Rettungssanitäter  kommt. Und dass dieser dann ein junger Afghane ist, sollte uns hinsichtlich unserer westlichen Werte einmal mehr zum Nachdenken anregen.